Aktuelle Ausstellung

Eco-Aesthetics Ausstellung:  SUMM 

Insekten im Spannungsfeld zwischen Katastrophe und Ästhetik
Ruth Rosa, Elisa Stützle-Siegsmund

15. April – 6. Mai 2018

Vernissage: 15. April 14 Uhr, Finissage 6. Mai 14 Uhr
Öffnungszeiten: Mo.- Fr. zu den Geschäftszeiten von Abschnitt eins GmbH

Spätestens seit den 1960er Jahren ist das Problem der Umweltzerstörung im Bewußtsein vieler Menschen präsent. Im Kunstbereich entstand die Bewegung der Environmental- oder Ecological Art. Sechzig Jahre später ist die ökologische Frage zu einer Überlebensfrage für den Planeten geworden. Nicht nur KünstlerInnen empfinden den rasanten Schwund an Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt als bedrohlichen Verlust. Über Jahrtausende war die Natur selbstverständliche Quelle der Inspiration für das menschliche Sein. Die Natur reproduzierte sich bis vor kurzem in endloser Fülle. Diese Fülle des Lebendigen nährte die Seele des Menschen. Der Verlust, den wir durch die ökologische Katastrophe erleben geht sehr viel tiefer, als deren offensichtliche Konsequenzen. Er wird unser Menschsein verändern. Schon jetzt können wir die Verarmung innerlich spüren.

Es ist nach wie vor wichtig, durch das künstlerische Werk die Ästhetik der Natur zu zeigen und erfahrbar zu machen, um zu erkennen, was es zu bewahren gilt. Eine wichtige Bewegung der Gegenwartskunst, die unter dem interdisziplinären Ansatz der Eco-Aesthetics arbeitet, sieht es aber ebenso als notwendig an, neben dem ästhetischen Aspekt die Verheerungen und Zerstörungen zu thematisieren und sichtbar zu machen und sich selbst als Aktivist einzubringen.

Die Künstlerinnen Ruth Rosa und Elisa Stützle-Siegsmund sind mit verschiedenen Materialien und Schwerpunkten in diesem Themenfeld präsent. Für die Ausstellung im Wasserturm haben sie Arbeiten zum Thema Insekten/Insektensterben gewählt. 

Elisa arbeitet mit Ton. Dieses Material ist in verschiedenen Bereichen wegen seiner Nachhaltigkeit wieder ins Gespräch gekommen. Es stammt direkt aus der Erde. Manche Insekten nutzen den Ton als Baumaterial. Elisa zeigt eine Gruppe von Skulpturen, die an Bienenkörbe erinnern. Außerdem kleine Wandarbeiten mit Vertiefungen in der Oberfläche, die teilweise wieder mit natürlichen Materialien aufgefüllt sind. Sowie Bilder, die an Bienenkästen und Schwärme erinnern.

Ruth Rosa kombiniert Druckgraphik mit Spritztechnik, Malerei und verschiedenen anderen Materialien. Sie lässt sich von den Syrphidae, den Schwebfliegen mit ihren faszinierenden unterschiedlichen Rückenzeichnungen inspirieren, auch von Insektenflügelformen, die in ihrer Anhäufung eine morbide Note in sich tragen.